Agilität (4/13) – 5 Schritte zur Einführung agiler Methoden

Die agilen Methoden stehen im Zentrum, um Agilität zu erreichen. Eine erfolgreiche Einführung erfordert zwingend folgende Reihenfolge:

  1. Aufbau des Wissens über die Untrennbarkeit von Emotionen, Intuition und Kognition
  2. Einführung normierter und akzeptierter Entscheidungsprozesse
  3. Commitment, Planung und Durchführung des agilen Change
  4. Operationalisierung der ausgewählten agilen Methoden mit Entscheidungsprozessen
  5. Einführung der agilen Methoden
  6. Aufbau der agilen Community mit einem zyklischen Lern- und Entwicklungsprozess

Die vordergründig angestrebten Ziele agiler Mindset und Agilität sind ein Ergebnis erfolgreich eingeführter Entscheidungsprozesse sowie agiler Methoden.

Bedeutung für agile Teams

Der agile Mindset und die Agilität entstehen im agilen Team als Folge einer erfolgreichen Einführung der agilen Methoden. Eine Integration im Unternehmen lässt die agilen Teams die Umsetzung der Anforderungen bewältigen.

Abbildung01: Entscheidungsprozesse für den agilen Change

Bedeutung für Fachbereiche

Die Einführung der Entscheidungsprozesse stattet den Fachbereich mit der Entscheidungs- und Handlungskompetenz aus, unabhängig davon, ob er klassisches Vorgehen oder bereits agile Ansätze verfolgt.

Die Einführung agiler Methoden für alle Fachprozesse bringt auch hier die erhoffte Flexibilität. In den Fachprozessen Ideation und Innovation haben sich agile Methoden bereits etabliert. Auch wenn viele Vorhaben momentan in diesen Phasen stecken bleiben, werden die Erfolge von Design Thinking oder Business Model Canvas sichtbar. Für viele andere Fachprozesse beginnt dieser Transfer in die neue Welt erst jetzt.

Der Einsatz von Entscheidungsprozessen sowie von Grundprinzipien der agilen Methoden führt in der Folge ebenfalls zum Wachsen des agilen Mindset im Fachbereich.

Agilität als Ergebnis der erfolgreichen Einführung

Die Unternehmen werden tatsächlich mit der Flexibilität ausgestattet, um in der Dynamik der heutigen globalisierten Welt zu agieren und auf disruptive Veränderungen zu reagieren.

Neben der notwendigen Flexibilität warten agile Methoden mit einer höheren Performance auf.

Nutzen der Agilität für die Umsetzung

Die Velocity, als durchschnittliche Leistungsfähigkeit der Stories pro Sprint eines agilen Teams, erhöht sich um einen Faktor zwei bis vier, verglichen mit einer tradierten Vorgehensweise. Dieser Begleiteffekt entsteht dadurch, weil die Entscheidungsprozesse und die Arbeit in den Teams an den natürlichen menschlichen Interaktions-Prozessen angelehnt sind und die Reaktion auf Stories in interaktiven Entwicklungsschritten eine höhere Ausrichtung bringt. So ist die höhere Performance eher ein Begleiteffekt in agilen Teams, wenn Entscheidungsprozesse in agile Methoden integriert werden.

Nutzen der Agilität für die Fachbereiche

Die Fachbereiche erzielen ähnliche Effekte beim Einsatz von Entscheidungsprozessen und agilen Methoden. Innovation, Ideation sowie die Vorgaben in Epics und Stories aus den strategischen Ziele werden klarer, schneller und besser. Im Fachbereich ist die Bedeutung von Entscheidungsprozessen aufgrund gewachsener Strukturen und ineffektiver Prozesse deutlich höher und bietet somit gleichzeitig höheres Entwicklungspotenzial.

Nutzen der Agilität für das Unternehmen

Der Nutzen für agile Teams und den Fachbereich wird für die Unternehmen erweitert, wenn die Schnittstelle zwischen den Bereichen im Backlog gelingt, wo Anforderungen (Epics) in Stories umgesetzt werden.

Abbildung02: Agilität Lineare Dimension

Diese lineare Verbesserung von Anforderungen zum Product Increment (Sprint Backlog) führt erst dann zur wirklichen Agilität, wenn mit schnellen und sicheren Zyklen auf die agilen Iterationsschritte reagiert werden kann.

Abbildung03: Agilität im gesamten Unternehmen

In jedem der Schritte und in jedem Bereich des Unternehmens sind dafür Entscheidungsprozesse notwendig, die gute Entscheidungen in angemessener Zeit herstellen.

Konsequenzen des Paradigmen-Wechsels

Mit der Einführung agiler Methoden werden Unternehmen mit einem grundsätzlichen Paradigmen-Wechsel konfrontiert. Im Kern sind es zwei zentrale Themen, die unvereinbar sind:

  1. Agile Methoden statt klassisches Projektvorgehen mit der Wasserfall-Methode
  2. Tradierte Führung statt Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die tradierte Welt prallt mit ihrer höheren Macht als Auftraggeber auf das modernere agile Vorgehen, was zu mannigfaltigen Friktionen führen kann, sodass oft kein Nutzen mehr übrigbleibt.

Mit Entscheidungsprozessen lassen sich diese Themen lösen.

Die neue Entscheidungskultur – Das Buch

Die K-i-E Theorie der Untrennbarkeit von Emotionen, Intuition und Kognition liefert die wissenschaftliche Grundlage für die agilen Methoden und die Entscheidungsprozesse und stellt diese damit auf ein solides Fundament.

Die Entscheidungsprozesse für die Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen sind praxisnah für den Change zur Agilität in meinem Buch „Die neue Entscheidungskultur“, Hanser Verlag 2018, beschrieben.

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Agilität erfordert Entscheidungsprozesse 01/02
Agilität erfordert Entscheidungsprozesse 02/02

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Agilität erfordert Entscheidungsprozesse

Agile Leadership ist ein Widerspruch in sich selbst

Reihe:

  1. Wie der agile Change gelingt (18.09.2018)
  2. Ausrichtung am Geschäftsprozess und der Wertschöpfung (25.09.2018)
  3. Warum Entscheidungen so wichtig sind (2.10.2018)
  4. Einführung agiler Methoden (9.10.2018)
  5. Ist Agilität ohne agile Methoden erreichbar? (Plan: 16.10.2018)
  6. Was macht agile Methoden so erfolgreich? (Plan: 23.10.2018)
  7. Agilen Methoden fehlt die Operationalisierung (Plan: 30.10.2018)
  8. Entscheidungsprozesse stellen eine neue Entscheidungskultur her (Plan: 6.11.2018)
  9. Kalibrierte emotionale Schleifen (13.11.2018)
  10. Entscheidungsprozesse lösen das Führungsdilemma (20.11.2018)
  11. Die fehlende Unterstützung ist selbstgemacht (27.11.2018)
  12. Die unternehmerische Wirklichkeit (4.12.2018)
  13. Mit Entscheidungsmanagement gelingt der agile Change (11.12.2018)

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