s278 Entscheidungen sicher und zeitnah herbeiführen mit Leichtigkeit

DecisionMaking für Remote Collaboration wie für Präsenz-Meeting

Komplexe Themen, fehlende Informationen, viele Akteure – in der Arbeitswelt von heute ist es gar nicht so leicht, schnell gute Entscheidungen zu treffen. Welche Methoden können dabei helfen? Warum sind Kognition, Intuition und Emotion im Entscheidungsprozess untrennbar verbunden?

„Die neue Entscheidungskultur: Mit gemeinsam getragenen Entscheidungen zum Erfolg“. Carl Hanser Verlag, 2018 – testgelesen von Thierry Ball im managerSeminare

Entscheidungen in der VUKA-Welt „gut und richtig“ zu treffen, ist gar nicht so leicht. Eine neue Entscheidungskultur könnte da Abhilfe verschaffen.

Wie eine solche aussehen kann, beschreibt der Autor Richard Graf sehr facettenreich. Er vertritt die Ansicht, dass gute Entscheidungen nur mithilfe eines Zusammenspiels aus Kognition, Intuition und Emotionen – kurz: K-i-E – getroffen werden können.

KiE-Trilogie
Abbildung01: Untrennbarkeit von Emotionen(E), Intuition(i), Kognition(K)

Dazu stellt er sein über Jahre entwickeltes K-i-E-Konzept vor. Zu wissen, wie K-i-E zusammenwirkt, ist laut Graf die Voraussetzung für ein gutes Entscheidungsmanagement – ebenso wie Kollaboration. Denn nur gemeinsam in einem Team, in dem alle Mitglieder selbstverantwortlich handeln, können weitreichende Entscheidungen gewissenhaft getroffen werden.

Dazu sei es nötig, sich von klassischen Führungskonzepten ab- und dem integrativen Führungsstil zuzuwenden.

Der integrative Führungsstil
Abbildung02: Der integrative Führungsstil

Wie das gelingt, warum Commitment wichtig ist und welche Formen agilen Entscheidens es gibt, zeigt Graf auf. Unterstützende Tools werden im Detail vorgestellt, z.B. K-i-E agile, die Einflechtung des einzelnen Mitarbeiters mit seinen Teilen in ein großes Ganzes, die K-i-E Skala, ein universelles Bewertungssystem sowie der K-i-E Güteprozess, die Herstellung gemeinsam akzeptierter Qualität.

Informationsdichte

Die Informationsdichte ist sehr hoch. Trotzdem wird der Leser nicht überfordert. Er bekommt einen mehr als ausführlichen, tief gehenden Einblick in die aufgezeigten Teilthemen.

Visuelle Gestaltung

Fast 500 Seiten haben ihr physisches Gewicht. Das Layout entspricht der Komplexität des Themas. Die durchgängigen Grautöne wirken nüchtern und wenig lesestimulierend. Die kleine Schriftform erfordert ein aufmerksames Lesen. Sicher ist gelebte Entscheidungskultur lebendiger und emotionaler als hier im Buch visuell dargestellt. Das Buch ist klar strukturiert, die Gliederung leicht erkennbar. Dennoch ist es während des Lesens nötig, sich hin und wieder Orientierung in der Inhaltsangabe zu holen. Auch die graue Kopfleiste, in der das Kapitel steht, hilft da nicht unbedingt weiter. Ein Querlesen macht bei dem Buch wenig Sinn, da die Kapitel inhaltlich aufeinander aufbauen.

Die DecisionMaking-Prozesse
Abbildung03: DecisionMaking-Prozesse

Verständlichkeit

In verständlicher Sprache wird die Zielgruppe „Entscheider“ mit und ohne Führungsverantwortung durch das komplexe Themengebiet geführt. Jedes Kapitel ist gleich strukturiert, was den Lesefluss erleichtert. Zudem gibt es am Ende eines jeden Kapitels eine hilfreiche Zusammenfassung. Fremdwörter werden erklärt. Ein ausführliches Stichwortregister unterstützt dabei, Themen schnell wiederzufinden.

Einigkeit
Abbildung04: Einigkeit

Eignung

Kurz gesagt ist dieses Buch für jeden geeignet, der Entscheidungen in Beruf und Alltag verantwortungsvoll treffen will und muss und der sich durch Digitalisierung & Co. an seine menschlichen und emotionalen Grenzen gebracht sieht.

Das Buch bietet theoretische Hintergründe und ist durch die Rubrik „Best Practice“ zugleich auch praktischer Leitfaden und Ratgeber.

gemeinsam getragene Entscheidung
Abbildung05: Die überlegene Entscheidungsform

Relevanz

Sicher ein wertvolles und wahrlich gewichtiges Handbuch, das einen detaillierten Einblick in die Welt der Entscheidungskultur bietet und über Standardliteratur hinausgeht. Besonders empfehlenswert ist es für Menschen mit Führungsverantwortung, die in der schnellen und komplexen VUKA-Welt Entscheidungen klar und verantwortungsbewusst treffen wollen.

Die neue Entscheidungskultur
Abbildung06: Das Buch „Die neue Entscheidungskultur“ von Richard Graf

Rezension

Thierry Ball ist Systemiker und Führungskräfte-Coach. Sein Ziel: Führungskräfte für Veränderungen zu wappnen. Dafür hat er das Konzept „Selfment®“ entwickelt, das Themen rund um Selbstführung, Selbstentdeckung und Selbstverantwortung umfasst.

Die Rezension erschien in managerSeminare, 2019, Heft 256

Mehr zur Artikelreihe Rezension managerSeminare

Weitere Rezensionen über über Beiträge in managerSeminare findest Du nach den Quellen unten bei Schlagworte „Artikelreihe Rezension managerSeminare“.

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April 2020 – Richard Graf, Elsa Graf

„Entscheidungen in der VUKA-Welt „gut und richtig“ zu treffen, ist gar nicht so leicht. Eine neue Entscheidungskultur könnte da Abhilfe verschaffen.“ Thierry Ball

Quellen:

https://www.managerseminare.de/pdf/managerSeminare256-Testgelesen.pdf

GRAF, Richard. Die neue Entscheidungskultur: Mit gemeinsam getragenen Entscheidungen zum Erfolg. Carl Hanser Verlag, 2018.

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