303 Remote Lernen mit DecisionMaking-Prozessen

In remote Veranstaltungen wird man meist wenig beteiligt und lässt sich oft berieseln. Manche Teilnehmer verlieren den Anschluss und habe dann keine Chance mehr, die darauf aufbauenden Themen zu verstehen. Mit einem unbekannten Lernerfolg umzugehen, ist äußerst schwierig für die Trainer. Meist wiederholen sie das, was sie bereits gesagt habe und ermüden die Teilnehmer noch mehr. Ein gemeinsames Level kann erreicht werden, wenn gleichzeitig alle zu Wort kommen, um ein Thema zu verstehen.

Die aktuelle Krise zwingt uns zu remote Collaboration und lässt die Digitalisierung noch schneller voranschreiten. Die bereits vor der Krise offensichtlichen Mängel, ein gemeinsames Verständnis bzw. gemeinsame Entscheidungen herbeizuführen, verstärken sich im digitalen Miteinander und schränken die Möglichkeiten mit remote Collaboration-Tools erheblich ein. Mitarbeiter beschweren sich über stundenlange Videokonferenzen, während Studierende in Onlinevorlesungen verkümmern. Umso wichtiger ist es, Lösungen für E-Learning zu anzubieten, die eine Interaktion zwischen Teilnehmern und dem Dozenten herbeiführen sowie gemeinsames Lernen sicherstellen.

Alle kommen gleichzeitig zu Wort

Die Regel, es spricht immer nur einer, verschärft sich in online Events. Die Teilnehmer werden aufgefordert, sich auf „stumm“ („mute“) zu schalten, damit nur einer sprechen kann. Auch die Features in den Collaboration-Tools zeugen von dieser zerstörenden Einschränkung, die gemeinsames Lernen und Interaktion verhindert.

Natürlich können nicht mehrere Teilnehmer gleichzeitig sprechen, sonst wäre der Lärm und die Verwirrung groß. Mit dem remote DecisionMaker kommen alle Teilnehmer gleichzeitig zu Wort und es wird die Meinung aller für jeden sichtbar. 

KiE - Alle kommen gleichzeitig zu Wort
Abbildung 01: Alle kommen gleichzeitig zu Wort

Nur für 36% der Teilnehmer ist wissenschaftliches Arbeiten wicht. Für die die Mehrheit von 64% ist es moderat wichtig und für niemanden (0%) ist es unwichtig.

Verständnis herstellen

Der Lernprozess wird der Gehirnarchitektur angepasst, der Untrennbarkeit von Emotionen, Intuition und Kognition, der KiE-Trilogie. Das Verständnis zu einem Thema muss hergestellt sein, bevor man zum nächsten übergehen kann, sonst verliert man Teilnehmer. Sich durchzuringen, ein Thema nicht verstanden zu haben, ist eine einfach Entscheidung.

So wird abgefragt, wie weit das letzte Thema verstanden wurde. Mit dem DecisionMaker, der Aspekte von Gamification hat, wird klar sichtbar, wo die Studenten mit Ihrem Know-how stehen.

Dozenten müssen nicht mehr aus den Gesichtern der Studenten lesen, was sie wohl denken, sondern sehen das bisherige Verständnis es an einer klaren KiE-Zahl. Erst in Abhängigkeit dieser Bewertungskennzahl, erkennen Trainer sowie Teilnehmer, wieviel die Teilnehmer bräuchten, damit sie folgen könnten. Wer es lieber analog mag, kann auch die KiE-Karten benutzen.

KiE - Verständnis mit DecisionMaker
Abbildung 02: Verständnis mit DecisionMaker

Für alle ist nun sichtbar, dass zwei Teilnehmer Unterstützung brauchen, um weiter folgen zu können. Der Trainer, weiß bei diesem Beispiel, dass bereits Dreiviertel der Teilnehmer das Lernziel erreicht haben und kann daraufhin sein Vorgehen planen.

Ressourcen-Frage

Im ersten Schritt reicht kein: „Ich habe das noch nicht verstanden.“, sodass der Trainer überlegen müsste, was dem Teilnehmer fehlt. Der Teilnehmer verfügt über das Wissen, was er bereits verstanden hat und was er noch bräuchte, damit er ein Thema versteht.

Es wird die Ressourcen-Frage gestellt: „Was brauchst Du, um vom Verständnis (7) auf ein Verständnis von (8) zu können?. Die Verantwortung gedreht und dem Teilnehmer wird die Kompetenz gegeben, das zu identifizieren, was er noch bräuchte. Der Trainer bekommt die Chance, es gut zu machen. Er kann seine Zuwendung für das eine Viertel der Teilnehmer planen und das wissende Dreiviertel für die Unterstützung einbeziehen. Diese Art des Lernens ist anfangs ungewohnt, wird jedoch sehr schnell mit dem gemeinsamen Lernerfolg belohnt. Der DecisionMaker arbeitet anonym, sodass die Studenten eigenverantwortlich ohne Scham eintragen können, was sie für ihr Verständnis noch bräuchten.

Die Bedürftigen fragen sich selbst, was sie noch bräuchten. Anschließend wird mit den Ressourcen aller, das Verständnis gemeinsam hergestellt, ohne alle Studenten weiter zu beschallen mit etwas, wovon man nicht weiß, ob es sie interessiert.

Güteprozess: Mit dem Güteprozess werden die Antworten der Studenten bewertet. Auch hier wird zuerst bewertet und dann nachgedacht, was es noch braucht. Die Ressourcen des gesamten Teams werden aktiviert, um die Antwort gemeinsam zu einer höheren Güte reifen zu lassen. Die Studenten, die schon mehr wissen, geben Anstöße, was es noch braucht, um die Antwort zu vervollständigen.

Auch das Feedback stellt einen Güteprozess dar. Auch hier eignet sich die KiE-Skala und die darauf folgende Ressourcenfrage, um die Lehrveranstaltungen noch weiter zu verbessern.

Weiterempfehlungsrate als interne Qualitätssicherung

Zum Abschluss wird im INeKO-Institut der Net Promoter Score (NPS) verwendet, der sich auf der KiE-Skala abbilden lässt.

KiE NPS im DecisionMaker
Abbildung 01: NPS im DecisionMaker

Der NPS wurde unbestritten weltweit eine wichtige Metrik für die Messung der Kundenzufriedenheit und als KiE-Skala NPS erlernt. Zum Abschluss wird die Empfehlungsrate von DecisionMaking immer mit dem remote DecisionMaker anonym durchgeführt. So werden jegliche Ankereffekte und Beeinflussung seitens Teilnehmer und Trainer ausgeschlossen.

Practioner of DecisionMaking

Als weitere Schwerpunkte wird auf folgende DecisionMaking-Prozesse eingegangen.

Priorisierungsprozess: Die Studenten lernen spielerisch zu priorisieren, indem sie die vorgegebenen Lehrthemen bewerten und priorisieren. Insbesondere für Führungskräfte und agile Teams ist die Priorisierung Alltagsgeschäft.

Commitment-Prozess: Nach der Priorisierung folgt das Commitment, um eine gemeinsam getragene Entscheidung, herbeiführen.

In den DecisionMaking Seminaren am INeKO Institut an der Universität lernten die Studenten an einem Workshop-Tag, die DecisionMaking Prozesse in ihrer Theorie kennen, indem sie diese direkt anwandten. Die Entscheidungsprozesse lassen sich untereinander kombinieren und so auf unterschiedliche Entscheidungssituationen hin anpassen – von der Reife der Güte, über die Priorisierung bis hin zum Commitment Prozess.

KiE-DecisionMaking Prozesse
Abbildung 05: KiE-DecisionMaking Prozesse

Lernen mit Freude

Durch die hohe Interaktion mit den KiE-DecisionMaking-Prozessen und dem online DecisionMaker entsteht Freude beim Lernen. Die Studenten wie auch Praktiker fühlen sich auf Augenhöhe, in ihren Nöten verstanden und aktiv mit einbezogen. Auf dieser Basis entsteht eine angenehme und erfrischende Lernatmosphäre.

Ausgerichtet am menschlichen Entscheidungsprozess, bewerten die Teilnehmer die Themen zuerst und suchen dann nach den Ressourcen, die sie brauchen. Durch die vorherige Bewertung zeigt sich auch, ob andere die Fragen beantworten können. Das Wissen vertieft sich für alle, bei Fragensteller, Antwortenden, Trainer sowie Zuhörern findet gemeinsames Lernen statt.

Der Lehrstoff wird nach dem Agile-Way-of-Working in Stories in einem Kanban-Board strukturiert. Auf jeden Lernblock folgt eine Übung in Kleingruppen. Der Fokus liegt auf Transferaufgaben, die die Studenten dazu anregen Grundlagenwissen, Tools und Prozesse in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren und zu Hause anzuwenden. Lernen für die Praxis.

Die Practitioner of DecisionMaking waren, von der der Art der Wissensvermittlung und den gelernten Inhalten begeistert. Die Leistungsnachweise zeigten die Entwicklung als Individuum und als Gruppe, das war für alle Beteiligten mit Freude zu erleben. Hervorzuheben ist die Gleichstellung aller in dieser hohen Interaktion, die das Feedback eines Teilnehmers verdeutlicht: „Die Interaktion und das Eingehen auf alle Fragen führte zum besseren Verständnis.“

KiE - Lernerfolg
Abbildung 06: Lernerfolg

Remote Lernen ist möglich

Durch die DecisionMaking-Prozesse und den DecisionMaker waren die Teilnehmer stets auf Augenhöhe in den Lernprozess integriert. Die Methoden lassen sich sowohl remote als auch gemeinsam in der Gruppe anwenden. Die Teilnehmer waren begeistert:

“Ich habe in diesen 8 Stunden keinen anderen Gedanken gedacht, weil es so interessant war. Normalerweise spiele ich auf dem Smartphone oder bearbeite meine E-Mails.”

Quelle

GRAF, Richard. „Die neue Entscheidungskultur: Mit gemeinsam getragenen Entscheidungen zum Erfolg“. Carl Hanser Verlag München 2018.

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Oktober 2020, Elsa Graf Dual Student HWTK University and KiE Labs. Inc. Mountain View, California (Silicon Valley)

Der Lernprozess war ganz anders. Es gab kein Bulimie-Lernen, wir haben gemeinsam gelernt.“ Teilnehmerin am Practitioner of DecisionMaking Seminar

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